"In Search of Secret Singletracks" - mit Video

Trippin´ Fellaz: Sail the Scottish Seas

Von the Trippin´ Fellaz


| Foto: Sam Flanagan

29.09.2016  |  Die Hebriden sind eine vor der Nordwestküste Schottlands gelegene Inselgruppe. Das Leben hier ist sehr viel langsamer, und spielt sich in vielen kleinen Gemeinden ab.

Ohne echte Straßen, und mit einer beeindruckenden Landschaft
gibt es keinen besseren Weg, die Region zu erkunden, als mit einem Boot und der Kraft des Windes. Ein undurchsichtiges Labyrinth von Meerengen, Seen und Buchten fordern selbst den härtesten Segler heraus.

Der stärkste Gegner ist das Wetter, dicht gefolgt von Felsen, Sandbänken und Schiffswracks. Wie wir bald feststellen mussten, sind Wind und Segelkraft nicht die effektivste Art des Reisens, wenn man auf die Zeit achten muss. Spielerisches Warten macht einen großen Teil des Abenteuers aus...

Das offene Meer ist bei ungünstigen Winden ein furchterregender Ort.
Das Betrachten selbst der nahsten Küstenlinien kann schnell zum unmöglichen Unterfangen werden, und anhaltende Übelkeit hervorrufen.

Nach ein paar Tagen auf See sorgt fester Boden unter den Füßen für willkommenen Halt. Mit den Bikes durch den Dreck zum seegrasbewachsenen Pier zu fahren war mehr als genug Ermutigung für die Fahrten, die uns auf der Insel Rum erwarteten.

Mit seinen harten Pfaden eine Offenbarung des 21. Jahrhunderts,
lieferte der Ort Rum moderne Härte eimerweise. Ein schmaler Single-Track führte uns wohlbehalten zu den Hügeln, die eine atemberaubende Aussicht auf die unten gelegene Bucht und das gute Schiff Annito bot, das uns, trotz der Intervention des Wettergottes, sicher auf diese beeindruckende Insel transportiert hatte.

Als uns der erste Biss auf Granit nach mehr Action auf steinigem Grund hatte gieren lassen, wanderten wir zu einem entlegenen Seitenstreifen hoch, und galoppierten nach unten, zurück in die Sicherheit unserer schwimmenden Behausung.

Nachdem unser Hunger aufs Fahren vorübergehend gestillt war,
stiegen wir wieder aufs Boot, und steuerten geradewegs in einen Sturm der Windstärke 7. Skye und die Aussicht auf goldene Single-Track-Pfade, die sich abseits der nunmehr berüchtigten ‘Ridge’ schlängeln, waren nur einen Steinwurf entfernt, aber der Steinwurf war dann doch zuviel des Guten.

Festgemacht in der relativen Ruhe von Eigg, blieb uns nichts weiter übrig, als bei einer Partie Karten am Kessel die Zeit totzuschlagen. Wir lernten bald, dass das Leben mit dem Meer uns nicht vorgeschrieben wurde; es war eine Geschichte, die nur das Meer und das Wetter erzählen.

Es wurde bald zu unserer abendlichen Gewohnheit,
uns dicht ums Radio gedrängt zu versammeln, und der ehemals fremden Sprache des Seewetterberichts zu lauschen. Die Karten durchsehen, um sicherzugehen, dass die Reise am nächsten Morgen keine Gefahren für uns bereithielt, wurde für uns bald zu einer Art Religion: Wir waren dem Leben auf dem Boot hoffnungslos verfallen.

Trockenes, ebenes, solides Land ist sonst oft selbstverständlich. Sand, Gras und Gestein waren die Dinge, die wir nach den rauen Tagen auf See entschieden mehr zu schätzen wussten. Mit frischer schottischer Sommerluft in unseren Lungen, und der über uns emporragenden Skye Ridge war es schließlich nicht mehr wichtig, wie oder wann wir hier angekommen waren.

Alles was zählte, waren die grünen Kohlenstoff-Klumpen
der Freude, die sich entlang des Hügels über unseren Köpfen hinzogen. Ein Blick zurück erinnerte uns an die Küste und das offene Meer zwischen uns und Rum, das nun so täuschend ruhig da lag.

Aus unserer Sicht wird ein Trail dreimal von der Umgebung und der Gegend übertroffen, in der man sich wiederfindet. Der jahrhundertealte Pfad, der vom Glen Brittle aufsteigt, bietet alles. Der Grip, der Flow und die Befriedigung des Granitbodens, der dich auf die rauen, rohen und steinigen Pfade auf halber Strecke vor dem glatten Streifen eines samtenen Single-Tracks hinunter zum Strand wirft.

Ein Grinsen beschreibt kaum das Glücksgefühl, das ein gut verlaufender Trail in einer spektakulären Umgebung auslösen kann. Eine solche Reise ist aller Mühen wert...

Als wir dann den Sound Of Mull in Richtung Oban hinuntersegelten, machte unsere Reise auf einmal sehr viel Sinn. Die Sonne schien, die Wellen hatten sich gelegt, der schottische Whiskey floss, und der gewöhnlich hektische Rhythmus des Lebens war beim Rauschen der Wellen am Rumpf des Bootes und dem gelegentlichen Flattern der Segel lang vergessen.

Der Geist des Abenteuers hatte uns auf der Suche
nach etwas Neuem einmal mehr abseits der bekannten Pfade geführt, und doch war es dieses Mal anders. Wir haben auf dem Weg ebenso viel erlebt wie auf dem Trail, denn schließlich kommt es nicht auf das Ziel an.

Der Weg ist das Ziel - Stichwort emotionale Musik, Sonnenuntergang und feuchte Augen!

Das Video:

JEDERMANN-RENNEN DIESE WOCHE
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